Methodik

Grundlage des Stifterverband-Index für die Hochschulen sind insgesamt 17 Einzelindikatoren, die die Einschätzungen der Hochschulleitungen zur aktuellen und zukünftigen Situation ihrer Hochschule messen.

Berechnung des Stifterverband-Index

Inhaltlich unterteilen sich die Indikatoren in die Bereiche:

  • Hochschulautonomie als tatsächliche Entscheidungskompetenzen und Handlungsspielräume der Hochschule
  • Ausstattung der Infrastruktur in Forschung und Lehre
  • Personalsituation in Wissenschaft und Management
  • Finanzierungssituation
  • Kooperationen der eigenen Hochschule mit anderen Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft
  • gesellschaftliches Klima für die Hochschulen insgesamt
  • Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Forschung und Lehre
  • internationale Wettbewerbsfähigkeit des Hochschulstandorts Deutschland

Diese Einzeleinschätzungen fließen in drei Teilindizes ein (Außenbeziehungen, Rahmenbedingungen, Wettbewerbsfähigkeit), aus denen der Lageindex zur aktuellen Situation der Hochschule sowie der Erwartungsindex zur erwarteten Situation der Hochschule in fünf Jahren errechnet werden. Diese beiden Indizes bilden zusammengenommen den Stifterverband-Index der Hochschulen.

Im Fragebogen werden alle Einzeleinschätzungen auf einer Fünferskala erfasst. Für die Indexbildung werden diese Einzeleinschätzungen in einen Punktewert übersetzt. Die mittlere Antwortkategorie nimmt den Wert Null an, Abweichungen davon werden als negative oder positive Werte kenntlich gemacht. Für die Berechnung des jeweiligen Indikators werden die Anteile der fünf Antwortkategorien aufsummiert, wobei die Randkategorien mit dem Faktor 1 und der Kategorien zwei und vier mit dem Faktor ½ gewichtet werden. Nachdem für alle einzelnen Einschätzungen solche Punktwerte errechnet wurden, werden diese zu den thematischen Teilindizes in den beiden Kategorien Lage und Erwartung aggregiert. Alle Indikatoren werden in der Aggregation gleich gewichtet: Ausnahme: der Teilindex Außenbeziehungen fließt lediglich mit einem Gewicht von 20% in den Lageindex ein. Schließlich werden Lage- und Erwartungsindex über ein geometrisches Mittel zum Stifterverband-Index für die Hochschulen zusammengefasst. Die mögliche Bandbreite des Stifterverband-Index und der Teilindices variiert von -100, also extrem negativ, bis +100 Punkte, also extrem positiv.

Vergleichbarkeit über die Zeit

Inzwischen liegen bereits Befragungsergebnisse von fünf aufeinanderfolgenden Jahren vor: 2011 bis 2015. Die für die Indizes relevanten Index-Fragen sind in Anzahl und Ausdrucksweise in allen Jahren identisch. Auch die Methode zur Berechnung der Indizes bleibt gleich. Dadurch lassen sich alle Einzeleinschätzungen sowie die Teil- als auch Gesamtindizes sauber zwischen verschiedenen Erhebungsjahren vergleichen und interpretieren.

Auch die Vergleichbarkeit der Stichprobe ist weitgehend gegeben. Unsere Grundgesamtheit sind die staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland. Manchmal ändern sich allerdings Zuordnungen von Hochschulen, Hochschulen lösen sich auf oder entstehen neu. Dann ändern sich die Zusammensetzung sowie die Summe der Hochschulen in der Grundgesamtheit. Die Vergleichbarkeit von Untergruppen kann in Einzelfällen nur eingeschränkt möglich sein.

 

Daten und Rücklauf

Die jeweilige Grundgesamtheit der Befragungen umfasst alle deutschen Hochschulen, die zum Befragungszeitpunkt staatlich oder staatlich anerkannt sind und unbeschränkten Studienzugang bieten. Zum Zeitpunkt der letzten Befragung (Dezember 2015 bis Januar 2016) waren es 395 Hochschulen. Das Hochschul-Barometer erzielte in allen fünf Jahren einen hohen Rücklauf von 40 bis 56 Prozent. Insgesamt haben wir mit dem Hochschul-Barometer rund 75 Prozent aller Hochschulen erreicht. Dies gewährleistet eine hohe Qualität und Belastbarkeit der erhobenen Daten und zeigt, dass das Hochschul-Barometer eine hohe Akzeptanz und Relevanz in der Hochschullandschaft hat.

Durch die hohen Rücklaufquoten repräsentieren die Antworten die Vielfalt der deutschen Hochschullandschaft: Universitäten und Fachhochschulen, öffentliche und private Einrichtungen. 59 Prozent der im Jahr 2015 teilnehmenden Hochschulen sind Fachhochschulen bzw. nicht spezialisierte Hochschulen ohne Promotionsrecht, 26 Prozent sind Universitäten und übrige Hochschulen mit Promotionsrecht und 15 Prozent sind spezialisierte Hochschulen wie Kunst- und Musikhochschulen, theologische oder pädagogische Hochschulen. Die Aufteilung nach Größe und Trägerschaft im Sample entspricht damit weitgehend der Aufteilung in der Grundgesamtheit. Die Ergebnisse sind damit aussagekräftig für die Hochschullandschaft insgesamt.